Übersichtsplan der ARA Esslingen

Übersichtsplan der ARA Esslingen

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Technische Daten

Abwassermenge 200 l/s
Stababstand 6 mm
Rechengutanfall 135Kg/d

 

Funktion
Das Abwasser passiert die Rechenanlage als erste Reinigungsstufe. Die groben Abwasserinhaltsstoffe werden an den vertikalen Stäben zurückgehalten. Mit zunehmender Dauer belegt sich der Rechen, wodurch der Wasserspiegel im Zulauf ansteigt. Wird ein vorgegebener Wasserstand überschritten reinigt sich der Rechen selbst ab. Dazu bewegen sich Haken durch die Zwischenräume der Rechenstäbe von unten nach oben. Das Rechengut wird so aus dem Abwasser nach oben in die Rechengutwaschpresse gefördert. In der Presse findet eine Auswaschung des Materials mit anschliessender Auspressung statt. Das gereinigte Rechengut wird direkt in einen Abfallsack im Container abgeworfen. Der gefüllte Container wird mit dem häuslichen Abfall über die Kehrrichtverbrennungsanlage entsorgt.

Technische Daten

Sandanfall 30 kg/d
Strömungsgeschwindigkeit 20 cm/s

 

Funktion
Das zweite Element der mechanischen Reinigung ist der Sandfang. Das Abwasser strömt seitlich in das runde, als grosser Trichter ausgeführte Becken. Dadurch entsteht eine radiale Strömung, deren Schwerkraft Inhaltsstoffe des Abwassers mit grösserer Dichte im Inneren sammelt und somit abscheidet (Teetasseneffekt). Der abgesetzte Sand wird über eine Pumpe aus dem Trichter abgesogen und in den Sandwäscher gefördert. Im Sandwäscher wird durch Eindüsung von Brauchwasser der Sand gewaschen. Insbesondere der Gehalt an organischen Stoffen wird reduziert (<5%) und zurück in die ARA geleitet. Der gewaschene Sand wird über eine Förderschnecke ausgetragen und in der Sandmulde zum Abtransport zwischengelagert.

Technische Daten

Überschussschlammanfall 100 m3/d
2.4–3.6 tTS/d
Trockensubstanz Dünnschlamm 0.8 %
Trockensubstanz Dickschlamm 7 %
Flockmittelbedarf 7 kg/d
Dickschlammanfall 9 m3/d

 

Funktion
 In der Biologie wird durch das Wachstum der Mikroorganismen neuer Schlamm produziert. Damit die Konzentration der Biomasse konstant bleibt, muss der produzierte Schlamm, der sogenannte Überschussschlamm (oder auch Sekundärschlamm), entnommen werden. Die Entnahme erfolgt aus den Trichtern der Nachklärbecken, da dort eine erste Eindickung stattgefunden hat. Der Wassergehalt liegt immer noch bei rund 98%. Um die Menge zu reduzieren, wird der Schlamm weiter eingedickt. Mit dem Scheibeneindicker wird dazu eine maschinelle Einrichtung eingesetzt. Duch die Zugabe von Flockungsmittel bilden sich grössere Schlammflocken, welche im Sieb des Eindickers besser zurückgehalten werden können. Der eingedickte Schlamm wird in einem Trichter gesammelt und chargenweise in den Schlammstapel gefördert. Das abgetrennte Wasser wird zurück in den Zulauf der Kläranlage geleitet. Die abzuführende Schlammmenge kann durch den Scheibeneindicker um den Faktor 3 reduziert werden, was sich proportional in den Entsorgungskosten des Schlamms niederschlägt.

Technische Daten

Volumen Vorklärung 2 x 253 m3
Beckentiefe 2.5 m
Aufenthaltszeit bei Trockenwetter 98 min
Aufenthaltszeit bei Regenwetter 45 min
Reinigungsleistung 30%
Primärschlammanfall 15 m3/d, 5% TS
Volumen Schlammstapel 200 m3
Schlammabgabe 20–25 m3/d

 

Funktion
Das Abwasser wird gleichmässig auf die beiden Vorklärbecken verteilt. Die Feststoffe setzen sich am Boden des Beckens ab, während das grob gereinigte Abwasser über eine Überfallkante am Ende des Beckens überfällt. Die abgesetzten Feststoffe werden durch den Räumer zum Trichter im Einlaufbereich gefördert. Ein Krählwerk sorgt für eine zusätzliche Eindickung des Schlamms im Trichter. Eine Drehkolbenpumpe fördert den sogenannten Primärschlamm aus dem Trichter in den Schlammstapel zur Zwischenlagerung. Die Primärschlammpumpen werden manuell oder automatisiert durch den Anlagenbetreiber ein- und ausgeschaltet. In der Vorklärung schwimmen leichte Schwebstoffe sowie Fette auf der Oberfläche auf. Die Oberfläche wird durch einen Schildräumer abgestreift und in die Schwimmschlammrinne gefördert. Letztere wird regelmässig mit gereinigtem Abwasser (Brauchwasser) ausgespült und ebenfalls in den Frischschlammstapel gefördert.

Technische Daten

Anox-Zonen 2 x 180 m3
Bivalent-Zonen 2 x 180 m3
Belüftungszonen 2 x (165 + 350 + 360) m3
Beckenvolumen 2 x 1‘250 m3
Beckentiefe 4.05 / 4.25 m
Anzahl Gebläse 5 (inkl. 1 Reserve)
Phosphorfällung Simultanfällung mit Eisenchlorosulfat (330 l/d)
Schlammproduktion ca. 700 kg TS/d
Schlammalter 10–15 d

 

Funktion

In den Belebungsbecken findet die biologische Reinigung des Abwassers statt. Die Abwasserinhaltsstoffe (Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen, Phosphor) werden von den verschiedene Arten von Mikroorganismen zum eigenen Wachstum aufgenommen und so aus dem Abwasser entfernt. Durch die Aufnahme der Nährstoffe wachsen die Mikroorganismen und vermehren sich. Die Biomasse in den Becken steigt an. In den einzelnen Zonen des Beckens werden unterschiedliche Randbedingungen geschaffen, was auch zum Wachstum von unterschiedlichen Arten an Mikroorganismen führt.

In der Anoxzone werden insbesondere solche herangezüchtet, welche den lebensnotwendigen Sauerstoff aus dem Nitrat einsetzen können und somit den Gehalt an Nitrat im Abwasser reduzieren. Das abgebaute Nitrat entweicht als Luftstickstoff aus dem Becken. In den Belüftungszonen atmen die Mikroorganismen mit gelösten Sauerstoff und ernähren sich auf der Basis von Ammonium, Phosphor und Kohlenstoffverbindungen. Der Gehalt an diesen Stoffen reduziert sich entsprechend im Abwasser. In der bivalenten Zone können je nach Bedarf beide Randbedingungen eingestellt werden.

Da der Phosphorgehalt nicht vollständig über das Wachstum der Mikroorganismen entfernt werden kann, wird zusätzlich eine Eisenchloridlösung dosiert, welches den restlichen Phosphor bindet.

Technische Daten

Oberfläche 2 x 330 m2
Tiefe 4.10 m (Ruhewasserspiegel)
Volumen 2 x 1‘350 m3
RLS Menge 2 x 30–90 l/s

 

Funktion

In der Nachklärung wird der Belebtschlamm vom Abwasser getrennt. Das Becken wird stirnseitig beschickt und das Abwasser am Ende des Beckens über Tauchrohre abgezogen. Der Schlamm setzt sich über die Beckenlänge ab und wird durch den Kettenräumer in den stirnseitigen Trichter geschoben. Aus dem Trichter ziehen die Rücklaufschlammpumpen den Schlamm ab und fördern ihn wieder in den Zulauf der Belebungsbecken. Die Leistung der Pumpen wird proportional zur Abwassermenge geregelt. Aus den Saugbalken des Rücklaufschlamm wird Überschussschlamm abgezogen und auf die Schlammeindickung gefördert. Die tägliche Menge wird durch das Betriebspersonal vorgegeben.

Am Ende des Nachklärbeckens befindet sich der Schwimmschlammabzug, welcher aufschwimmende Schlammresten abzieht. Der Abzug wird manuell ausgelöst.

Technische Daten

Installierte Wärmepumpenleistung 2 x 346 kW
Totale Wärmeproduktion 930‘000 kWh/a
Fernwärmeleitung 800 m
Temperaturniveau Heizkreislauf 45–55 °C
Abkühlung Abwasser 2–3 °C

 

Funktion
Die Fernwärmeanlage erzeugt aus dem gereinigten Abwasser Wärmeenergie, welche zur Heizung der Gebäude der Kläranlage sowie von verschiedenen Bauten der Gemeinde Egg genutzt wird. Dazu wird das Abwasser nach der Filtration gefasst und über zwei Wärmepumpen geführt. In den Wärmepumpen wird die Wärmeenergie des Abwassers an den Heizkreislauf übergeben, womit sich dieser aufheizt und das Abwasser abkühlt. Die Wärme wird in einem Speicher gepuffert und bei Bedarf an die verschiedenen Bezüger abgegeben.

Technische Daten

Filterfläche 4 x 15 m2
Filterschichten Quarzsand und Anthrazit
Filtergeschwindigkeit 12.4 m/h
Spülwassermenge 75 m3 pro Spülung
Energiebedarf 0.03 Wh/m3 Abwasser

 

Funktion
Die Filtration wird mit einem Zwischenpumpwerk beschickt, um die notwendige hydraulische Höhe herzustellen. Sie stellt die Einlaufbedinungen hinsichtlich der gesamten ungelösten Stoffe (GUS) sowie des Phosphors sicher. Das Abwasser fliesst vertikal durch die beiden Filterschichten (Quarzsand und Anthrazit). Die Feststoffe setzen sich in den Zwischenräumen des Sands fest. Mit zunehmender Filtrationsdauer setzt sich der Filter zu und der Wasserstand über dem Filter steigt an. Beim Erreichen eines Maximums wird eine Filterzelle mit gesammeltem, gereinigtem Abwasser sowie Prozessluft rückgespült und der Schlamm ausgetragen. Das Schlammwasser wird in den Zulauf der ARA gefördert.

Das gereinigte Abwasser wird in der Fernwärmeanlage für die Heizung von Gebäuden genutzt.